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Pflanzenschutz

Der Schutz der Kulturen ist ein fester Bestandteil bei der Produktion pflanzlicher Erzeugnisse. Das Ziel von Pflanzenschutzmassnahmen ist die Sicherung der Produktequalität und des Ertragsniveaus. Zur Kontrolle von Unkräutern, Krankheiten und Schädlingen werden in der Praxis verschiedene Verfahren wie mechanische Unkrautkontrolle (Hacken), Verwirrungstechnik (Pheromonfallen) oder der Einsatz von Nützlingen (Trichogramma) kombiniert. Bei den Pflanzenschutzmitteln (PSM) kommen sowohl chemisch-synthetische PSM als auch im biologischen Landbau zugelassene PSM zum Einsatz. Betriebe, die gemäss dem ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) wirtschaften sind verpflichtet beim Pflanzenschutz zuerst alle vorbeugenden Massnahmen auszuschöpfen und PSM nur gemäss dem Schadschwellenprinzip anzuwenden.

In der Öffentlichkeit werden PSM gegenwärtig kritisch wahrgenommen. Der Grund ist, dass es beim Einsatz von PSM zu unerwünschten Auswirkungen auf Fliessgewässer und Nichtzielorganismen sowie zu Rückständen im Grundwasser und Nahrungsmitteln kommen kann. Gegenwärtig sind gleich zwei Volksinitiativen zum Thema PSM hängig, die Initiativen „für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung“ (Trinkwasserinitiative) sowie „für eine Schweiz frei von synthetischen Pestiziden“ (Pestizidverbotsinitative). Die Initiativen kommen vermutlich 2020 zur Abstimmung. Um die unerwünschten Auswirkungen des PSM-Einsatzes zu minimieren hat der Bundesrat 2017 den Aktionsplan Pflanzenschutzmittel verabschiedet. Der Aktionsplan besteht aus einem Massnahmenpaket und hat das Ziel, die mit dem Einsatz von PSM zusammenhängenden Risiken zu reduzieren.

AGRIDEA unterstützt mit ihren Aktivitäten die Förderung der guten landwirtschaftlichen Praxis für einen effizienten Pflanzenschutz unter gleichzeitiger Rücksichtnahme auf die Gesundheit der Anwender, der Konsumentinnen und Konsumenten sowie der Umwelt.

Verantwortlich Bruno Arnold und Numa Courvoisier
 

Bekämpfungsschwellen

Die Bekämpfungsschwellen unterstützen den Landwirt in der Entscheidungsfindung zum Schutz seiner Kulturen. Für den Anbau gemäss den Prinzipien der integrierten Produktion müssen vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zuerst die präventiven Massnahmen ausgeschöpft werden.

Die Bekämpfungsschwellen legen die Grenze fest, bei der der durch den Schadorganismus verursachte Schaden einen übermässigen agronomischen Verlust und / oder inakzeptable Qualitätsmängel für den Markt darstellt. Zum Schutz der Pflanzen ist dann eine Pfanzenschutzbehandlung unter Beachtung der guten landwirtschaftlichen Praxis gerechtfertigt.

Unterhalb dieser Grenze ist ein Eingriff aufgrund von Schädlingsbefall auf der Kultur nicht zulässig. Die Wahl von resistenter oder toleranter Sorten, geeigneter Anbaumethoden oder optimierter Fruchtfolge ermöglicht in vielen Fällen den Verzicht auf oder den reduzierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Die das Prinzip der guten landwirtschaftlichen Praxis ist in der Pyramide des integrierten Pflanzenschutz zusammengefasst.

Bekämfpungsschwellen

Verbot von chlorpyrifos

Verbot der Verwendung von Produkten, die Chlorpyrifos und Chlorpyrifos methyl enthalten, ab dem 1. August 2019 (Blocade, Cortilan, Pyrinex, Reldan, Rimi 101, ...). Diese Produkte werden nicht mehr auf dem Markt erhältlich sein.

Anwendungsempfehlungen in den Datenblättern zu diesen Produkten sind nicht mehr gültig. Diese werden angepasst, sobald die Ordner aktualisiert werden.

Liste mit den betroffenen Produkt siehe Allgemeinverfügung des BLW vom 26. Juni 2019.

Liste

Weiterführende Informationen

Die Webseite vereint Fachinformationen von verschiedenen Organisationen für den effizienten Pflanzenschutz sowie den Schutz der Anwender und der Umwelt.

gutelandwirtschaftlichepraxis.ch

In unserem shop, der Ordner «Datenblätter Ackerbau» der AGRIDEA stellt den Akteurinnen und Akteuren der Branche in kompakter Art und Weise die Informationen über die Pflanzenschutzmittel praxisnah, sachlich und stets aktuell zur Verfügung: Sie umfassen die genauen Verwendungshinweise, Dosen und Preise. Auch den Akteurinnen und Akteuren des Landwirtschaftlichen Wissenssystems (LWS) wird für den Themenbereich ein einschlägiges und unterstützendes Informationsangebot zur Verfügung gestellt.
 

Abo Print  Abo Online

Abo Kombi Print + Online

Arbeitsgruppen der Plattform Ackerbau Schweiz beschäftigen sich einerseits mit den Herausforderungen der Problempflanzen in der Landwirtschaft und andererseits mit der Entwicklung neuer Anbausystemen, die eine Reduktion der Anzahl und/oder des Ausmasses gewisser Anwendungen erlauben.

pag-ch.ch

Förderung der guten fachlichen Praxis beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln

Dieses Projekt hatte zum Ziel, die Pflanzenschutzberatung im Hinblick auf die gute fachliche Praxis bezüglich Gewässerschutz zu untersuchen: Wie läuft die Beratung heute? Welche Lücken beim Wissen, im Transfer und in der Umsetzung gibt es? Wo liegt Verbesserungspotenzial? Wie kann sie verbessert werden? Welche Methoden sind zielführend?

Schlussbericht

Beratungsprojekt Pflanzenschutzmitteleinträge aus Punktquellen minimieren

Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte gehören nicht ins Oberflächen- und Grundwasser. Trotz strenger Vorschriften bei der Zulassung und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und vielen Anwendern mit sehr sorgfältigem Umgang mit Pflanzenschutzprodukten gelangen aber immer noch Wirkstoffe in unsere Gewässer. Das Projekt von SVLT, Agrofutura und AGRIDEA leistet einen Beitrag zur Reduktion der PSM-Einträge in Oberflächengewässer aus landwirtschaftlichen Punktquellen.

Projektbeschrieb

Projekt Anwenderschutz-Informationen verbessern

Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM) wird der Anwenderschutz (AWS) oft vernachlässigt. Unter anderem wird dieser Zustand mit mangelhaften AWS-Informationen begründet. Das SECO hat AGRIDEA mit einem Mandat zur Durchführung von Workshops mit den Akteuren im Pflanzenschutz betraut. Ziel der Workshops ist die Erarbeitung von Vorschlägen zur Verbesserung der Informationen zum AWS.